Stellenbosch

Stellenbosch liegt etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt am Fluss Eerste Rivier in 114 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Stellenbosch ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde, zu der unter anderem auch die Orte Franschhoek und Pniel sowie die Townships Khayamandi, Ida’s Valley and Cloetesville gehören. Die Stadt liegt in einer Berglandschaft mit fruchtbaren Tälern. Das Umland ist landwirtschaftlich geprägt und gehört zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten Südafrikas. Zehn Kilometer nördlich der Stadt verläuft die Fernstraße N1.

 

Das Klima Stellenboschs ist dem Kapstadts sehr ähnlich. Die monatlichen Minimal- und Maximalwerte liegen geringfügig weiter auseinander, da Stellenbosch etwas weiter landeinwärts liegt. Die monatlichen Niederschlagsmengen betragen im Sommer im Durchschnitt unter 25 mm, im Winter zwischen etwa 50 und 75 mm. Die mittleren Höchstwerte erreichen im Sommer knapp 25 °C, im Winter um 17 °C; die mittleren Tiefstwerte liegen im Sommer bei zwischen 14 °C und 18 °C, im Winter noch bei über 10 °C.

 

Nach dem Hauptfundort Stellenbosch ist die mittelpaläolithische (Middle Stone Age) Stellenbosch-Industrie benannt.

Nachdem die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) ab Mitte des 17. Jahrhunderts die Kapregion zu besiedeln begonnen hatte und 1652 Kapstadt gegründet worden war, rief der holländische Gouverneur von Kapstadt, Simon van der Stel, im Zuge der Besiedelung des weiteren Hinterlandes 1679 am Fluss Eerste River eine neue Siedlung ins Leben. Nach seinem Gründer wurde der Ort zunächst „Stelenbusch“, später auch „Busch van der Stel“ und schließlich „Stellenbosch“ genannt. Die ersten Siedler betrieben Landwirtschaft und wandten sich nach einer misslungenen Eichenaufforstung verstärkt dem Weinbau zu. Für längere Zeit blieb Stellenbosch der östlichste Vorposten der Kapregion, zu dessen Schutz die VOC ein Lager mit Soldaten einrichtete. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Voraussetzungen wuchs die Stadt schnell, 1682 wurde eine Regionalbehörde eingerichtet und 1685 wurde Stellenbosch Gerichtsort.

In den Jahren 1710, 1804 und 1875 suchten Großbrände die Stadt heim, und mehrere Hochwasser des Eerste River richteten große Schäden an. Diese Rückschläge und die Ausweitung der Kapkolonie nach Osten und Norden sowie der zunehmende Einfluss der Briten veranlassten viele Siedler, letztendlich im Zuge des „Großen Trecks“ die Stadt zu verlassen, so dass deren Bedeutung im 19. Jahrhundert mehr und mehr zurückging. Lediglich die Gründung der Universität im Jahre 1918 gab der Stadt einen Teil ihrer früheren Bedeutung zurück.

Zur Mitte des 20. Jahrhunderts begann der Weinbau sich für kurze Zeit wirtschaftlich zu erholen, ehe die wegen der Apartheidpolitik verhängten Sanktionen einen erneuten Niedergang verursachten. Erst nach der Abschaffung der Apartheid kam das wirtschaftliche Leben wieder in Schwung, zu dem sich neben dem Weinbau zunehmend auch der Tourismus etablierte.

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